Romanische Kirchen in Quedlinburg und Umgebung
Im 10. Jahrhundert lag das Machtzentrum des ostfränkisch-deutschen Reichs für einige Jahrzehnte am Nordrand des Harzes. König Heinrich I. und seine Nachfolger aus dem Haus der Ottonen gründeten hier Stifte, die über Jahrhunderte bestanden. Ihre Kirchen sind bis heute erhalten.
Warum gerade hier so viel Romanik?
Die Ottonen hatten ihre Güter im Harzvorland. Quedlinburg war ein Königshof, in dem Heinrich I. starb und begraben wurde; seine Witwe Mathilde gründete dort 936 ein Damenstift. Wenige Kilometer südlich stiftete Markgraf Gero 959 das Frauenstift Gernrode. Solche Stifte waren religiöse Gemeinschaften adliger Frauen – und zugleich politisch bedeutende Grundherrschaften. Weil die Region später wirtschaftlich eher im Schatten lag, wurde weniger abgerissen und neu gebaut. Das ist einer der Gründe, warum so viele romanische Bauten überdauert haben. Seit 1993 verbindet die touristische Straße der Romanik als Ferienstraße in Form einer Acht zahlreiche romanische Bauwerke in Sachsen-Anhalt.
Was man in romanischen Kirchen sehen kann
- Dicke Mauern, kleine Fenster: Rundbögen tragen das Gewicht, große Glasflächen waren technisch nicht möglich.
- Stützenwechsel: In Quedlinburg wechseln sich Säulen und Pfeiler ab – ein typisches Merkmal der sächsischen Romanik.
- Krypta: Unter dem Chor liegen Grabräume, oft der älteste Teil der Kirche.
- Westwerk: Mächtige Turmfronten im Westen, in Gernrode besonders gut erhalten.
Beide Stiftskirchen werden von Gemeinden genutzt. Zu Gottesdiensten, Konzerten und Trauungen sind Besichtigungen eingeschränkt. Ein kurzer Blick auf die Seite der Gemeinde oder des Domschatzes erspart Enttäuschungen.
Wer die Kirchen verbinden möchte: Gernrode gehört heute zur Welterbestadt Quedlinburg und liegt nur wenige Kilometer vom Schlossberg entfernt. Beide lassen sich an einem Tag besichtigen, auch mit der Selketalbahn, die Quedlinburg mit Gernrode verbindet. Für Zeit zum Nachwirken empfehlen wir zusätzlich unseren Beitrag Auszeit im Harz.
Die Ziele in diesem Thema

