Mühlen im Harz und seinem Vorland
Wo Bäche aus dem Gebirge schnell ins Tal laufen, drehten sich Wasserräder. Im windigen, fast baumlosen Harzvorland standen Windmühlen. Der Harz ist deshalb ein guter Ort, um beide Welten an einem Tag zu vergleichen – vorausgesetzt, man erwischt die Mühlen geöffnet.
Mühlen waren Industrie
Bevor Dampfmaschine und Elektromotor kamen, waren Mühlen die wichtigsten Kraftmaschinen auf dem Land. Sie mahlten nicht nur Getreide, sondern pressten Öl, sägten Holz, walkten Tuch und stampften Erz. Im Oberharz trieb Wasser über ein ausgeklügeltes System aus Teichen und Gräben die Pumpen und Förderanlagen der Bergwerke an – mehr dazu bei der Grube Samson. Viele der verbliebenen Mühlen gehören heute Vereinen oder Privatleuten, die sie mit großem Aufwand erhalten. Regelmäßige Öffnungszeiten sind deshalb die Ausnahme. Umso wichtiger ist ein fester Termin im Jahr: der Deutsche Mühlentag am Pfingstmontag.
Spuren im Gelände
Auch wo keine Mühle mehr steht, bleiben Hinweise: Straßennamen wie Mühlenweg, Mühlgräben neben Bächen, Flurnamen. Unterhalb der Burg Regenstein etwa lag die Regensteinmühle, die schon im 12. Jahrhundert die Burg versorgte; ihr Mühlgraben wurde um 1990 auf einem Stück freigelegt. Und unter der Burg Falkenstein liegt im Selketal die Thalmühle, deren Bau auf das Jahr 1592 zurückgeht.
Die meisten Mühlen öffnen nur zu Aktionstagen oder nach Absprache. Wer eine bestimmte Mühle sehen möchte, fragt vorher beim Verein oder bei der Gemeinde an.
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