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Bodetal bei Thale: Granitschlucht zwischen Hexentanzplatz und Roßtrappe

Natur & FreizeitAktualisiert am 3 Min. Lesezeit

Zwischen Treseburg und Thale hat sich die Bode tief in den Granit gefressen. Auf rund zehn Kilometern entstand eine Schlucht, die bei Thale etwa 280 Meter tief ist. Über ihr stehen sich zwei Felsplateaus gegenüber: der Hexentanzplatz und die Roßtrappe. Das Bodetal steht seit 1937 unter Naturschutz, gehört zu den größten Naturschutzgebieten Sachsen-Anhalts und wurde 2006 als Nationales Geotop ausgezeichnet.

Blick vom Hexentanzplatz in die bewaldete Bodeschlucht mit Granitfelsen
Blick vom Hexentanzplatz ins Bodetal · Foto: A.Savin, FAL, Wikimedia Commons

Granit, Wasser, Zeit

Der größte Teil der Schlucht liegt im Ramberggranit, einem Gestein, das vor rund 300 Millionen Jahren als glutflüssige Masse aufstieg und langsam erkaltete. Durch seinen hohen Anteil an weißem Feldspat wirkt er hell. Weiter oben im Tal schneidet die Bode auch durch Schiefer, Grauwacke und Hornfels. Wo härtere Gesteine im Weg stehen, schlägt der Fluss Schleifen, etwa am „Langen Hals“.

Schematischer Querschnitt durch das Bodetal bei Thale mit Hexentanzplatz und Roßtrappebis ca. 280 m tiefHexentanzplatzSeilbahn von ThaleRoßtrappe · 403 mSessellift von ThaleBode · Talweg Thale–Treseburg ca. 10 kmRamberggranit
Querschnitt durch die Bodeschlucht bei Thale. Die Aussichtspunkte liegen hoch über dem Fluss auf beiden Talseiten.

Die Sage von der Roßtrappe

Die Sage, die hier jeder kennt, handelt von einem Sprung. Eine Königstochter floh auf ihrem Pferd vor einem Riesen namens Bodo und setzte mit einem gewaltigen Satz über die Schlucht. Auf dem Felsen der Roßtrappe blieb der Abdruck des Hufs zurück – eine Vertiefung, die man bis heute zeigt. Ihre goldene Krone fiel dabei in den Fluss. Der Verfolger stürzte in die Tiefe und muss die Krone seither als schwarzer Hund im Kronensumpf bewachen. Schriftlich festgehalten wurde die Sage bereits um 1800.

Der Talweg

Ein rund zehn Kilometer langer Wanderweg erschließt die Schlucht zwischen Thale und Treseburg. Er ist gut ausgebaut, aber kein Spazierweg: Es gibt Stufen, Wurzeln, Felspassagen und einige steile Abschnitte. Unterwegs liegen Stationen mit klangvollen Namen, etwa die Jungfernbrücke, der Gasthof Königsruhe mitten in der Schlucht und die Teufelsbrücke an der engsten Stelle des Tals. Darunter liegt der Bodekessel, ein Strudeltopf, den ein früherer Wasserfall ausgewaschen hat. Der Wasserfall wurde 1784 gesprengt, damit man Holz auf der Bode flößen konnte.

Wer die Strecke nicht auf demselben Weg zurückgehen möchte, klärt die Rückfahrt ab Treseburg vorher oder wählt einen der Höhenwege, die von Hexentanzplatz und Roßtrappe oberhalb der Schlucht nach Treseburg führen. Die Schurre, ein alter Jägerpfad mit 18 Kehren, führt aus dem Tal hinauf zur Roßtrappe.

Sicherheit

Nach starkem Regen, bei Glätte oder Sturm kann der Talweg gefährlich werden, und nach Steinschlag werden Abschnitte gelegentlich gesperrt. Aktuelle Hinweise gibt es bei der Stadt Thale.

Seilbahn und Sessellift

Seit 1970 fährt eine Kabinenseilbahn von Thale auf den Hexentanzplatz, seit 1980 ein Sessellift auf die Roßtrappe. Beide machen die Aussicht auch für Menschen zugänglich, die den Aufstieg nicht schaffen. Auf dem Hexentanzplatz gibt es neben der Aussicht einen Tierpark, das Harzer Bergtheater und mehrere Gastronomiebetriebe. Das zieht an schönen Tagen viele Menschen an, und der Platz wirkt dann eher wie ein Rummelplatz als wie ein Naturerlebnis.

Für wen lohnt es sich?

Wer gern wandert, findet im Bodetal einen der eindrucksvollsten Wege Mitteldeutschlands. Familien mit älteren Kindern können Talweg und Seilbahn kombinieren. Wer Ruhe sucht, kommt früh am Morgen oder unter der Woche; mittags an Feiertagen ist die Schlucht voll. Ein Besuch lässt sich gut mit Quedlinburg verbinden, das nur wenige Kilometer entfernt liegt, oder mit den Höhlen in Rübeland weiter oben an der Bode.

Abgewogen: Bodetal bei Thale

Spricht dafür

  • Spektakuläre Granitschlucht, eines der schönsten Naturziele im Harz.
  • Gut ausgebauter Talweg, dazu Seilbahn und Sessellift zu den Aussichtspunkten.
  • Sagen, Geologie und Geschichte machen den Weg abwechslungsreich.
  • Nah an Quedlinburg und mit Bahn und Bus gut erreichbar.

Spricht dagegen

  • Der Talweg ist uneben und stellenweise steil, nichts für Kinderwagen.
  • An schönen Wochenenden und Feiertagen sehr voll.
  • Der Hexentanzplatz ist stark touristisch geprägt.
  • Nach Unwettern können Abschnitte gesperrt sein, die Rückfahrt ab Treseburg will geplant sein.

Unser Fazit: Eine der schönsten Wanderungen im Harz, wenn Sie früh starten oder an einem Wochentag kommen. Wer nur mit der Seilbahn zum Hexentanzplatz fährt und wieder zurück, sieht das Beste nicht.

Quellen: Bodetal und Roßtrappe in der Wikipedia.

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