Brocken und Brockenbahn: auf den höchsten Berg Norddeutschlands
Der Brocken ist mit 1141 Metern der höchste Berg des Harzes und ganz Norddeutschlands. Volkstümlich heißt er Blocksberg, und in der Walpurgisnacht sollen sich hier die Hexen treffen. Heute kommen die meisten Besucher mit der Dampfbahn oder zu Fuß, und fast alle wünschen sich dasselbe: klare Sicht.

Ein Gipfel über der Waldgrenze
Der Brockengipfel liegt als einziger Berg im deutschen Mittelgebirgsraum oberhalb der natürlichen Waldgrenze. Oben wachsen nur noch vereinzelte, niedrige Fichten; das Klima ist rau, windig und oft neblig. Im Brockengarten, der seit 1890 besteht, pflegen Mitarbeiter des Nationalparks die Gebirgsflora und zeigen sie bei Führungen.
Bei guter Sicht reicht der Blick weit ins Land, bis in den Thüringer Wald und das Weserbergland. Nur: Diese Sicht ist nicht die Regel. Der Gipfel steckt an vielen Tagen in Wolken, und selbst im Sommer kann es oben empfindlich kalt sein.
Schauen Sie vor dem Aufbruch auf eine Webcam oder den Bergwetterbericht. Eine winddichte Jacke gehört auch im Juli in den Rucksack.
Mit der Brockenbahn hinauf
Die Brockenbahn fährt seit 1899 zum Gipfel. Sie ist eine meterspurige Schmalspurbahn der Harzer Schmalspurbahnen und zweigt in Drei Annen Hohne von der Harzquerbahn ab. Über Schierke geht es auf 18,9 Kilometern bis zum Bahnhof Brocken auf 1125 Metern; kurz vor dem Ziel umrundet die Strecke den Gipfel spiralförmig. Die meisten Züge werden von Dampflokomotiven gezogen, was die Fahrt besonders für Kinder zum Erlebnis macht. Wer in Wernigerode einsteigt, fährt zuerst auf der Harzquerbahn bis Drei Annen Hohne.
Zu Fuß
Mehrere Wanderwege führen auf den Brocken, unter anderem von Schierke, von Ilsenburg durch das Ilsetal und von Torfhaus. Auch der Harzer-Hexen-Stieg, ein knapp 100 Kilometer langer Fernwanderweg von Osterode nach Thale, führt über den Gipfel. Beliebt ist die Kombination: mit der Bahn hinauf, zu Fuß hinunter. Die Brockenstraße ist für den privaten Autoverkehr gesperrt.
Vom Sperrgebiet zum Ausflugsziel
Der Brocken lag direkt an der innerdeutschen Grenze. Ab August 1961 war er militärisches Sperrgebiet, umgeben von einer Betonmauer, und für die Bevölkerung nicht zugänglich. Am 3. Dezember 1989 zogen Tausende Menschen in einer Sternwanderung hinauf und erzwangen die Öffnung. Die Brockenbahn nahm 1991 den öffentlichen Verkehr wieder auf. Wer oben die Gebäude betrachtet, sieht noch Spuren dieser Zeit; eine Ausstellung im Brockenhaus erzählt davon.
Der Wald am Weg
Auf dem Weg nach oben fallen große Flächen abgestorbener Fichten auf. Trockenheit und Borkenkäfer haben dem Harz in den vergangenen Jahren stark zugesetzt. Im Nationalpark wächst an vielen Stellen bereits junger Mischwald nach. Das ist kein Postkartenbild, aber ein eindrückliches Beispiel dafür, wie sich Wald wandelt. Mehr dazu auf der Themenseite Natur und Freizeit.

Abgewogen: Brocken und Brockenbahn
Spricht dafür
- Höchster Berg Norddeutschlands mit Gipfel über der Waldgrenze.
- Die Dampfbahn ist ein Erlebnis für sich, auch für Kinder.
- Bahn und Wanderung lassen sich gut kombinieren.
- Spannende Zeitgeschichte als ehemaliges Sperrgebiet.
Spricht dagegen
- Oft Nebel und Wind, die Aussicht ist Glückssache.
- An schönen Wochenenden und in den Ferien sehr voll, Züge ausgebucht.
- Die Bahnfahrt ist vergleichsweise teuer.
- Mit dem Auto nicht erreichbar, Wanderwege sind lang und steil.
Unser Fazit: Bei klarer Sicht einer der schönsten Tage im Harz, besonders mit einer Kombination aus Bahn und Wanderung. Wer nur ein Wochenende mit wechselhaftem Wetter hat, plant den Brocken flexibel und hält ein Alternativziel bereit.
Quellen: Brocken und Brockenbahn in der Wikipedia, Nationalpark Harz.


